· 

# 6. Dezember

Ich gratuliere dir von ganzem Herzen liebe Manja! Und danke für dein liebes Feedback! Ich freu mich, wenn du den Gutschein, vielleicht bei einem persönlichen Training, einlöst. Liebste Grüße und einen wunderschönen Nikolaustag wünsche ich dir und deiner Familie. 

 

...und die nächsten Verlosungen kommen schon bald :)

 

Reichtum des Herzens

 

Es war einmal eine Stadt namens Gujerat, dort herrschte eine große Hungersnot und hunderte von Menschen verloren dabei ihr Leben. Auch die Eltern von Ramesch starben, und der kleine Junge musste zu seinem Onkel nach Surat ziehen, wo er ihm half, Pakete und Gepäckstücke mit seinem kleinen Karren von der Bahnstation fortzuschaffen.

 

Manchmal mussten sie die Pakete nur ein kurzes Stück befördern und erhielten nur schlechte Bezahlung dafür. An anderen Tagen, wenn sie die Pakete über lange, sich windende Straßen geschleppt und die Brücke überquert hatten, erhielten sie so viel Lohn, dass sie sich ein Glas Molke, eine Tasse Tee und einige Brötchen dafür kaufen konnten.

 

Ramesch war bei seinem Onkel recht glücklich. Eines Tages jedoch kam plötzlich ein Lastwagen herangerast und stieß sie zu Boden. Der Karren war völlig kaputt und alle Pakete beschädigt. Rameschs Onkel starb auf der Stelle, er selbst wurde jedoch ins Krankenhaus gebracht und brauchte einige Monate, bis er sich erholt hatte.

 

Nun war der arme Junge ganz allein auf der Welt. Aus Angst vor Polizisten, die ihm ständig Fragen über den Unfall stellten, rannte er auf und davon nach Navsari, wo er fortan sein Leben als Bettler fristete.

 

Tag für Tag saß er an der Hauptstraße, wo viele reiche Leute vorbei gingen, während die grelle Sonne gnadenlos auf ihn herab brannte. Und vor Hunger und Einsamkeit wurde er immer schwächer und schwächer.

 

Eines Tages sah Ramesch, wie ein reicher Mann bei einem Geschäft aus dem Auto stieg. Er nahm all seinen Mut zusammen und sprach ihn an: "Bitte, Herr, geben sie mir etwas Geld, ich bin so hungrig."

 

"Warum sollte ich dir Geld schenken?" entgegnete der reiche Mann. "Hast du nicht Hände und Füße, um dafür zu arbeiten?"

 

"Nun, mein Herr", seufzte Ramesch, "ich habe Hände und Füße, und ich würde gerne für meinen Lebensunterhalt arbeiten, wenn ich nur Arbeit finden könnte. So bitte, wollen Sie mir nicht helfen?"

 

"Aus dem Weg, lass mich vorbei", sagte der reiche Mann grob. "Glaubst du, ich habe nichts besseres zu tun, als meine Zeit damit zu verschwenden, Arbeit für Landstreicher wie dich zu suchen?"

 

Obgleich es nicht das erste Mal war, dass Ramesch eine solche Abfuhr erlitten hatte, stiegen ihm doch die Tränen in die Augen und er ging fort und setzte sich niedergeschlagen in eine Ecke.

 

Gegen Abend desselben Tages kam ein lahmer alter Mann auf Krücken des Weges, dessen schmutzige Kleider an vielen Stellen geflickt waren. Als er bei dem Jungen vorbei kam, bückte er sich unbeholfen nieder und sagte leise: "Hier mein Sohn, nimm das. Ich habe für heute genug gehabt und es ist noch genug über." Und er leerte den Inhalt seiner Tasche in Rameschs Schoss.

 

Ramesch blickte nieder und fand ein halbes Brötchen, ein kleines Geldstück, eine erdige Tomate und einige Stückchen Brot in seinem Schoss liegen.

 

"Aber du musst das für morgen aufheben" sagte Ramesch, der sich scheute, dem alten Mann das alles weg zu nehmen, da er wusste wie schwierig es war, diese Schätze zu sammeln.

 

"Nein, mein Sohn", sagte der alte Mann und streichelte den Kopf des Jungen mit seinen schwieligen Händen. "Gott wird sich um morgen kümmern, wie er sich um heute gekümmert hat. Bis dahin iss das und mach einen alten Mann glücklich."

 

Ramesch war von diesen Worten so gerührt, dass es ihm entfuhr: "So viele reiche Menschen sind hier vorbei gekommen, und sie hatten keinen Groschen für mich. Aber du, mein armer Freund, dem es noch schlechter geht als mir, du kommst und gibst  mir alles, was du hast." 

 

"Das stimmt, mein Sohn", sagte der Alte. "Aber es gibt so viele Arten von Reichtum in der Welt. Und arme Leute wie du und ich sind mit dem Reichtum des Herzens gesegnet.

 

Licht & Liebe,

Jana

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0