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# 16.Dezember

Die "geschenkte" Zeit - die 12 heiligen Nächte

 

In den meisten früheren Kulturen diente der Mond als Orientierung in der Messung der Zeit. Die Regelmäßigkeit der Mondzyklen war sehr gut ersichtlich und somit entwickelten die Menschen einen Kalender auf dieser Grundlage. Die Frau ist ebenfalls ein zyklisches Wesen, weshalb die Mondin dem weiblichen Prinzip entspricht. 

 

Irgendwann wurde der Mondkalender vom Sonnenkalender abgelöst - wohl auch, weil dieser sich leichter bestimmen lässt. Der Sonnenkalender richtet sich nach dem Gang der Erde. Aber vielleicht auch deshalb, weil die Sonne dem linearen männlichen Prinzip entspricht. Wer weiß....

 

Da das Sonnenjahr länger als das Mondjahr ist, blieb in etwa ein halber Mondzyklus übrig - die Zeit zwischen den Jahren, die 12 heiligen Nächte. In den einzelnen Traditionen werden diese Tage aber jeweils etwas anders gezählt.  Die kosmische Betrachtungsweise rechnet vom ersten Januar aus , damit endet das Mondjahr am 21.12. Das christliche Kirchenjahr nimmt dagegen aus historischen Gründen als Ausgangspunkt den 25.12. an. Es ist ein bisschen Auslegungssache, wobei es kein Richtig oder Falsch gibt. Am besten spürt jeder selbst hin, wann es sich individuell stimmig anfühlt. Bereits vor - oder eben nach dem heiligen Abend. Für die Meisten beginnen die Rauhnächte um Punkt Mitternacht  am Ende des 24.12. und enden um Punkt Mitternacht vor den heiligen drei Königen am 06.01.

 

So oder so ist es eine ganz besondere Zeit: Mit der Wintersonnenwende am 21.12. werden die Tage langsam wieder etwas länger, das Licht kehrt zurück - was auch durch den traditionellen Adventskranz symbolisiert wird. Trotz alledem überwiegt noch immer die Finsternis, welche durchaus etwas sehr Magisches und Besonderes ausstrahlt. Noch befindet sich die Welt "im Schlaf" und es herrscht eine ganz besondere Ruhe & Stille, welche auch uns zur inneren Einkehr und Innenschau motiviert. Eine Zeit um Altes loszulassen und den Fokus auf Neues zu lenken. Jeder einzelne der 12 Tage/Nächte steht dabei symbolisch für den jeweiligen Monat des Folgejahres (25.12. = Januar, 26.12. = Februar, usw...) und gewährt uns schon einen kleinen Einblick auf die vorherrschende Qualität des betreffenden Monats. Du kannst dir Notizen zu den einzelnen Tagen machen und sie dann im neuen Jahr mit dem jeweiligen Monat vergleichen. Welches Wetter war an diesem Tag? Wie war die vorherrschende Stimmung? Gab es vielleicht besondere Vorkommnisse. Bleib offen für die Zeichen und Symbole, welche sich dir in dieser Zeit offenbaren. 

 

Die Überlieferung der nordischen Mythologie sagt, dass sich während der Rauhnächte, die Schleier zur Anderswelt lichten. Die Welt des Sichtbaren trifft auf die Welt des Unsichtbaren. Deshalb eignet sich diese Zeit auch besonders gut  zum Orakeln und Weissagen. Wenn du möchtest, ziehe jeden Tag, bezugnehmend auf den entsprechenden Monat, eine Karte eines dir vertrauten Tarot- bzw. Kartendecks um weitere Hinweise zu bekommen. Auch die Entdeckung deines momentanen Krafttieres kann dir wertvolle Hinweise liefern. Hierzu kannst du die Fantasiereise vom 11. Dezember noch einmal machen. Sie bezieht sich zwar auch ein bisschen auf die Adventszeit, aber das macht gar nichts. Krafttiere können sich im Übrigen auch immer wieder ändern, je nachdem wo du im Leben stehst, und was deine Themen sind. Es kann aber auch sein, dass dich ein Tier ein Leben lang begleitet und zusätzlich -je nach Bedarf- ein anderes auftaucht. 

 

Ein besonders schönes Ritual in diesen besonderen 12 Nächten ist das Räuchern mit Pflanzen und Harzen. Es heißt, dass dabei alte Energien beseitigt werden. Wir zuhause lieben es sehr zu räuchern (nicht nur in dieser Zeit). Mit dem Räuchpfännchen in der Hand durchs Haus zu gehen mit der Intention, Altes zu beseitigen und Neues zu begrüßen - das hat etwas sehr stimmungsvolles und besinnliches, was wir sehr genießen. Für uns ist es ein sehr kraftvolles Ritual.

 

Egal wie du diese besondere Zeit angehen möchtest, sie ist besonders sensibel, und lädt zur Selbstreflexion und Rückschau ein. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit und nach dem "Stress" der Vorweihnachtszeit, wo es meist nur wenige besinnliche Momente gibt,  kann es viel Kraft schenken, sich auf alte Traditionen, Riten und Bräuche zu besinnen, und so mehr Achtsamkeit, Ruhe und "Halt" in diese Phase zu bringen. 

 

Wie begehst du diese besondere Zeit? Was macht sie für dich besonders und magisch? 

 

 

Licht & Liebe,

Jana

 

 

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