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Meine Rauhnächte

Erst seit letztem Jahr habe ich begonnen, mich mit den 12 Rauhnächten zu beschäftigen. Ich kannte das vorher gar nicht so richtig, denn in meiner Kindheit bin ich damit nie in Berührung gekommen. Da wo ich ursprünglich herkomme, war das überhaupt nicht üblich und den meisten wahrscheinlich damals auch gar nicht bekannt. Dafür fasziniert mich das Ganze heut umso mehr, und ich beginne immer tiefer in dieses alte Wissen einzusteigen. Aber warum eigentlich?

 

Im letzten Jahr habe ich die Rauhnächte mit täglichen Räucherungen des ganzen Hauses begonnen. Nur alleine dieses beständige Ritual hat mir, bzw. der ganzen Familie, viel Ruhe & Harmonie geschenkt. Ich habe gemerkt, wie der ganze vorweihnachtliche Stress abgefallen ist. Gleichzeitig habe ich die Tage und Nächte in dieser Zeit bewusster erlebt. Mich bewusster dem Prozess des Loslassens und der Neuausrichtung gewidmet. Ich habe begonnen, demütiger zu werden und dankbarer für all das was uns umgibt.

 

In diesem Jahr bin ich noch viel tiefer in die Thematik eingetaucht. Zu den täglichen Räucherungen sind auch das Orakeln mit speziellen Rauhnachtskarten dazu gekommen, sowie ein noch relativ junger Brauch, welcher mir sehr gut gefällt:

 

Das Ritual der 13 Wünsche:

 

Auf 13 Zetteln wird jeweils ein Herzenswunsch formuliert. Wichtig dabei ist, dass der Wunsch so formuliert wird, als wäre er schon erfüllt, als positive Affirmation sozusagen. Also beispielsweise anstelle: "Ich möchte gerne gesund sein" -> "Ich bin gesund". Dann werden die Zettel zusammen gefaltet, so dass der Inhalt nicht von außen zu erkennen ist.

Jeden Tag der Rauhnachtszeit, oder besser gesagt in der Nacht zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang, ziehst du einen Zettel und verbrennst ihn ohne zu lesen. Bitte dabei das Universum oder Gott, oder woran auch immer du glaubst, dir deinen Wunsch zu erfüllen, und bedanke dich danach. Den 13. Zettel, welcher am Ende der 12 Rauhnächte übrig bleibt, darfst du lesen. Diesen Wunsch darfst du dir im neuen Jahr selbst erfüllen.

 

Außerdem schreibe ich in ein spezielles Rauhnachtstagebuch meine Gedanken zu jedem diese Tage. Es heißt, dass jeder der 12 Rauhnachtstage für einen Monat des Folgejahres stehen. Also der 25.12. für den Januar, der 26.12. für den Februar usw. Die Qualität des jeweiligen Tages, soll eine Vorausschau auf den entsprechenden Monat des neuen Jahres sein. Ich werde also meine Aufzeichnungen dann Monat für Monat herausholen, und vergleichen. Darauf bin ich schon sehr gespannt.

 

Jetzt kann man natürlich sagen: Ist doch alles Quatsch und esoterischer Hokuspokus. Und ja, natürlich waren die Menschen zu damaliger Zeit noch viel abergläubischer. Es gab noch so vieles, was sie sich nicht logisch erklären konnten. Daraus entstanden dann Geschichten über magische Wesen, Zauber und Magie - Aberglaube. Andererseits waren die Menschen zu dieser Zeit noch viel mehr mit der Natur verbunden, haben ihre Zeichen lesen und deuten können. Sie waren in Verbindung mit dem Zyklus der Jahreszeiten. In der dunklen Jahreshälfte gab es wenig Tageslicht und noch kein elektrisches Licht. Es war ganz natürlich eine Zeit, in der man nicht allzu viel tun konnte - und genau wie die Natur es vormacht, haben sich die Menschen zurück gezogen und die Arbeit ruhen lassen. Eine Zeit zum Innehalten, Einkehren, Reflexion und Vorbereitung auf das Kommende, das Neue. Das ist, was ich sehr schön finde: sich im Rhythmus und Einklang mit der Natur zu bewegen. Sich dieses Kreislaufs wieder tatsächlich bewusst zu werden, sich wieder neu zu verbinden. Dafür eignet sich die Zeit der Rauhnächte ganz wunderbar. Ich habe mir fest vorgenommen, diesen Kontakt über das Jahr nicht wieder zu verlieren, sondern noch mehr zu intensivieren. Deshalb ist es mir grundsätzlich egal, ob bestimmte Märchen, Sagen oder Geschichten tatsächlich so wahr sind oder gewissen Rituale tatsächlich Sinn machen - denn sie führen mich so oder so dorthin, wo ich hin möchte. Das sehe ich übrigens auch so in Bezug auf die unterschiedlichen Religionen, welche letztlich im Kern doch dasselbe beinhalten und ausdrücken. Nur hat jede Religion ihre eigenen Wege um ins Ziel zu gelangen. Ich bin froh, dass mir nie eine Religion "übergestülpt" wurde, denn so hatte ich die Möglichkeit, den für mich richtigen und stimmigen Weg zu finden - den Weg, bei dem mein Herz laut klopft und der mich neugierig und bewusst genug macht, um weiter zu gehen im Einklang mit allem was mich umgibt. Der Weg, der mich zu der besten Version meiner Selbst führt. 

 

In Zeiten wie diesen, wo alles im Rundherum zusammen zu brechen scheint, die Zukunft unserer Erde unsicher ist, halte ich es für besonders wichtig, sich wieder bewusster mit unserer Natur, mit Mutter Erde zu verbinden.

 

Wenn du noch nicht soviel Kenntnis über die Rauhnächte hast - wieso, weshalb, warum - findest du im Internet genügend Informationen dazu. Und dann findest du vielleicht deinen ganz eigenen Zugang, wie du diese besonders magische Zeit begehen kannst. Eine spannende Erkenntnis war für mich, als Nicht-Christ, auch, dass einige Bräuche gar nicht soviel mit der Kirche zu tun haben, sondern schon in vorchristlicher Zeit entstanden sind. Vieles nimmt als selbstverständlich hin, ohne sich zu fragen, warum mache ich das? Warum gibt es den Adventskranz, den geschmückten Tannenbaum, die Geschenke...usw. Mit dem richtigen Wissen darum, entwickeln die Bräuche und Riten erst ihre richtige Kraft für mich.

 

So möchte ich auch dich einladen, in Verbindung zu gehen und diese magische Zeit kraftvoll für dich zu gestalten. 

 

Licht & Liebe,

Jana

 

 

 

 

 

 

 

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